Seit ich auf X wieder etwas mehr poste, hält der Algorithmus offenbar eine ganz besondere Auswahl an „Herrinnen“ für mich bereit.
Es ist erstaunlich, wie viele Geldherrinnen es inzwischen gibt.
Gefühlt jedes Girlie, das entdeckt hat, dass Männer im Internet Geld ausgeben, nennt sich plötzlich „Moneyqueen“. Ein paar böse Blicke, ein Zahlungslink und irgendein Satz darüber, dass der Mann gefälligst zu zahlen habe – fertig ist der Fetisch.
Zumindest scheint das die Vorstellung zu sein.
Was mich daran befremdet, ist noch nicht einmal die Menge. Dinge werden populär. Begriffe werden inflationär benutzt. Das Internet macht aus Nischen irgendwann Geschäftsmodelle. Geschenkt.
Was dabei allerdings fast vollständig verloren gegangen ist, ist das Feeling.
Findom war einmal ein Fetisch. Und zwar ein ausgesprochen subtiler. Es ging nie nur darum, irgendeinem Mann möglichst schnell Geld aus der Tasche zu ziehen. Geld war Teil eines Machtgefälles. Status, Begehren, Scham, Großzügigkeit, Abhängigkeit, Distanz – all diese Dinge spielten miteinander.
Heute wirkt es häufig eher wie ein Geschäftsmodell das so richtig boomt!
Manche durchaus professionell. Viel Silikon, und seeehr viele Wimpern (by the way nennen meine Mädels und ich das gern die „Theo Waigel Wimpern 😂) die mittlerweile obligatorischen Attribute der Adult-Branche, ein bisschen (Luxus) Fassade und sehr viele Großbuchstaben.
Fair enough.
Nur hat das mit meiner Welt herzlich wenig zu tun.
Vielleicht ist genau das der Unterschied.
Ich musste mir Luxus nie als Kulisse bauen. Geld war in meinem Leben keine Requisite und Wohlstand keine Rolle, die ich für Instapost eingeübt hab. Ich bin damit aufgewachsen. Ich kenne die Selbstverständlichkeit, die damit einhergeht – und übrigens auch die bemerkenswerte Eigenschaft wirklich wohlhabender Menschen, nicht pausenlos darüber reden zu müssen, wie wohlhabend sie sind.😆
Natürlich schreibe auch ich „zahl“. Ich poste Zahlungslinks, verlange Tribute und erinnere Subs mit Freude daran, wo ihr Geld wesentlich besser aufgehoben wäre.
Das gehört zum Spiel.
Nur ist die Zahlungsaufforderung für mich nicht das Spiel selbst.
Ich muss keinen Mann davon überzeugen, dass ich sein Geld dringend verdient habe. Im Gegenteil. Gerade dass ich es nicht brauche, macht für mich einen Teil des Reizes aus. Und das war auch schon immer so!
Subs zahlen an mich, weil ihnen das viel mehr gibt!
Weil es erregend ist, mir etwas zu geben, was wirklich einen Wert hat. Weil Subs das Gefälle spüren wollen!. Ein echter Sub weiß, dass er mit seinem Tribut MEIN Leben nicht verändert, wohl aber für einen kleinen Moment seines.
Und genau darin liegt für mich der Reiz.
Er braucht das Gefühl, mir sein Geld geben zu dürfen.
Ich brauche den Macht Kick.
Das ist ein wesentlicher Unterschied.
Und vielleicht bin ich da altmodisch. Kann sein.
Aber wenn inzwischen jede zweite Frau im Internet eine Geldherrin ist, dann bin ich ausgesprochen zufrieden damit, nicht jede zweite Frau im Internet zu sein.
Und damit ist mein Wort zum Samstag gesprochen und ich gehe feiern 😆
Morgen gibt’s wieder Melkmaschine©️
Lady Janis

